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Weinert, Sabine: Spracherwerb und implizites Lernen

Papousek M.: Vom ersten Schrei zum ersten Wort

Zur Rolle des Rhythmus beim Spracherwerb (Zusammenfassung aus Vorträgen)

Stadler Elmer Stefanie : Kinder singen Lieder

Stadler Elmer, Stefanie: Spiel und Nachahmung

Szagun Gisela: Sprachentwicklung beim Kind

Zollinger Barbara: Die Entdeckung der Sprache 

Weinert Sabine: Spracherwerb und implizites Lernen

Studien zum Erwerb sprachanaloger Regeln bei Erwachsenen, sprachunauffälligen und dysphasisch-sprachgestörten Kindern.

Verlag Hans Huber, Bern, 1991, ISBN 3-456-82082-8.

2.2     Zur Sensitivität von Säuglingen gegenüber rhythmisch-prosodischen Umgebungsmerkmalen  Seiten 26ff

Verschiedene Untersuchungen demonstrieren, „dass wenige Tage oder Monate alte Kinder schon ausgesprochen sensitiv gegenüber den rhythmisch-prosodischen Aspekten ihrer Umwelt sind, und dass sie bereits in diesem Alter über wichtige Differenzierungs- und Klassifikationsfähigkeiten verfügen“. So können 2 Monate alte Säuglinge unterschiedliche rhythmische Sequenzen, 8 Monate alte Säuglinge steigende und fallende melodische Konturen unterscheiden, und 6 Wochen alte Säuglinge zeigen eine deutliche Präferenz für in normaler Prosodie gesprochene Sprache. Bereits 4 Tage alte Säuglinge können ihre Muttersprache von einer fremden Sprache unterscheiden27. 6 bis 10 Monate alte Säuglinge zeigten eine klare Präferenz für eine mit sinnvollen Pausen vorgetragene Geschichte gegenüber der gleichen Geschichte mit willkürlichen Pausen28. Aus diesen Ergebnissen kann aber noch nicht geschlossen werden, dass die Kinder auf Grund der prosodischen Merkmale der Sprache deren grammatikalische und syntaktische Regeln internalisieren32. Die vielen Studien erbrachten jedoch klare Belege dafür, „dass Gliederungshinweise – zumindest unter bestimmten Bedingungen – eine zentrale Rolle bei der induktiven Ableitung komplexer Regeln spielen können“34. Erwachsene lernten die Regeln einer künstlichen Miniatursprache leichter, wenn die Beispielsätze sowohl prosodisch als auch mit Hinweisen auf die Phrasenstruktur gestaltet waren. Auf diese Weise kann die Menge und die Komplexität der zu lernenden Daten reduziert werden35.

3.2 Unterschiede zwischen impliziten und expliziten Lernvorgängen.

Implizite Lernvorgänge abstrahieren die strukturellen Merkmale der Reizangebots über einen passiven, nicht bewussten, intuitiven Lernprozess. Sie sind immer dann besonders funktional, wenn das Reizangebot komplex ist und die Invarianten wenig offensichtlich sind. Explizite Lernvorgänge sind kontrolliert und gesteuert, z.B. Problemlösungsstrategien.

4   Disphasische Spracherwerbsstörungen S. 51ff

„Die zentrale theoretische Annahme beruht auf der Unterscheidung von zwei grundsätzlich verschiedenen Strategien der Sprachverarbeitung. Während die „ganzheitliche Sprachverarbeitung“ dadurch charakterisiert ist, dass das Kind sprachliche Einheiten, die grösser als ein Wort oder ein Satzglied sind, holistisch aufnimmt und seinen eigenen sprachlichen
Äusserungen zugrunde legt, werden bei der „analytischen Sprachverarbeitung“ einzelne Wörter segmentiert und gespeichert, um sie dann bei der Sprachproduktion wieder neu zusammenzusetzen78.

6  Nutzung rhythmisch-prosodischer Hinweisreize durch erwachsene Probanden beim Erwerb einer Kunstsprache S. 90ff

Erwachsene Probanden können die rhythmisch-prosodische Gliederungsstruktur von Sätzen automatisch und nicht bewusst in impliziten Lernprozessen nutzen114. Es wird vermutet, dass explizite Problemlösungsprozesse die implizite Regelinduktion direkt stören125.

7  Bedingungen des impliziten Erwerbs komplexer Regeln im Kindesalter  S. 129ff

Aus den Daten aus dem Experiment mit 42 Kindern im Alter zwischen 5 und 6 Jahren kann geschlossen werden, dass auch jüngere Kinder in der Lage sind, die komplexen formale Regeln einer Kunstsprache über einen autonomen, impliziten Abstraktionsprozess induktiv zu erwerben, wenn die Induktionsbasis geeignete rhythmisch-prosodische Hinweise auf die Regelstruktur enthält. Diese Kinder konnten auch vorher noch nicht gehörte Wortfolgen auf ihre Grammatikalität beurteilen und selber grammatikalisch korrekte Wortfolgen produzieren165f. Diese Leistungen scheinen unabhängig zu sein von andern kognitiven Fähigkeiten167. Die Fähigkeit, rhythmisch-prosodische Hinweise beim Erwerb von Regeln zu nutzen, scheint entwicklungsinvariant zu sein. Für Kinder ist sie sogar noch wichtiger als für Erwachsene, da diesen mehr Lernstrategien zur Verfügung stehen170

8  Bedingungen des impliziten Erwerbs komplexer Regeln bei sysphasisch-sprachgestörten Kindern.  S.171ff.

Die Stichprobe umfasste 34 dysphasisch- oder dysgrammatisch-sprachgestörte Kinder im Alter zwischen 5;5 und 8;5 Jahren175. Ihre rhythmischen Fähigkeiten wurden getestet durch eine Diskriminierungsaufgabe: „Der Kasper spielt dir gleich etwas auf der Flöte vor. Manch-mal, da spielt er zweimal dasselbe, und manchmal, da spielt er zwei verschiedene Sachen. Du sollst herausfinden, ob der Kasper zweimal das gleiche gespielt hat oder ob es nicht gleich war.“140.

Die sprachstrukturellen Fähigkeiten der Kinder korrelieren mit ihren rhythmischen Fähigkeiten; nur jene Kinder, deren rhythmische Fähigkeiten vergleichsweise besser waren, konnten auch Regeln der Kunstsprache erwerben.

9  Zusammenfassung der empirischen Befunde  S. 210-213 (Originaltext).

Ziel der Untersuchung war es, durch die empirische Analyse hypothetisch vermuteter

Die forschungsleitende Kernannahme ergab sich aus der theoriegeleiteten Verknüpfung Sprachangebots nicht ausreichend nutzen können und deshalb besondere Schwierigkeiten beim Erwerb morpho-syntaktischer Regularitäten haben.

Da das Sprachangebot stets vielfältige Hinweise auf die Regelstruktur enthält, scheint die spezifische Funktionalität der rhythmisch-prosodischen Informationen für den Erwerb grammatischer Strukturformen nur schwerlich allein auf Grund der Beobachtung natürlicher Spracherwerbsprozesse in alltäglichen Kontexten möglich zu sein. Die Untersuchung des Erwerbs einer Kunstsprache unter kontrollierten Bedingungen erlaubt demgegenüber eine systematische Variation der Verfügbarkeit entsprechender Hinweise im Sprachangebot, so dass sowohl deren Bedeutung für den Regelerwerb als auch – damit zusammenhängend – die Frage nach den individuellen Nutzungsfähigkeiten untersucht werden kann.

Aus diesen Gründen wurden drei aufeinander aufbauende Studien mit Erwachsenen, Probanden die Aufgabe, explizit nach den Regeln der Kunstsprache zu suchen.

Die Regelkenntnisse wurden in einer Testphase sowohl über Grammatikalitätsurteile als auch über Masse der Rekodier- oder Lernerleichterung erfasst. Tatsächlich vermitteln die Resultate der drei durchgeführten Experimente überzeugende das Sprachangebot durch geeignete Hinweise auf die Phrasenstruktur angereichert worden war. Diese Interpretation wird durch die folgenden empirischen Ergebnisse gestützt:

-     Diejenigen Versuchspersonen – Vorschulkinder wie Erwachsene –, die in der Regelerwerbsphase rhythmisch-prosodisch phrasengruppierte Beispielsätze der Kunstsprache gelernt hatten, waren anschliessend fähig, neue, d.h. noch nicht gehörte Sätze überzufällig häufig korrekt auf ihre Grammatikalität hin zu beurteilen. Darüber hinaus konnten sie in der Testphase neue, regelkonforme Sätze schneller lernen und/oder besser reproduzieren als regelwidrige Folgen derselben Wörter.

-     Diese "Rekodiererleichterung" zeigte sich auch, jedoch etwas weniger deutlich, bei jenen Probanden, die in der "Regelerwerbsphase" rhythmisch-prosodisch ungruppierte Beispielsätze gelernt hatten.

-     Unter dieser Bedingung waren aber die Versuchspersonen nur sehr begrenzt in der Lage, richtige Grammatikalitätsurteile zu fallen. Die Urteile der Vorschulkinder lagen nis.

-     Dass diese Ergebnisse nicht auf spezifische Verfahrens- oder Materialeffekte zurückzuführen sind, wird durch die Resultate verschiedener Kontrollgruppen gesichert. Vorschulkinder erwarben also ebenso wie Erwachsene immer dann und nur dann eine gute Regelkenntnis, wenn das Sprachangebot "redundante" Hinweise auf die Gliederungsstruktur der Miniatursprache enthielt. Dass diese Regelkenntnisse über einen impliziten, d.h. nicht bewussten und automatisch ablaufenden Induktionsprozess erworben wurden, belegen insbesondere die folgenden Ergebnisse:

-     Selbst Erwachsene mit einem voll entwickelten kognitiven System hatten in der (verdeckten) "Regelerwerbsphase" nicht bemerkt, dass den einzelnen Sätzen der Kunstsprache ein gemeinsames Regelsystem zugrunde lag.

-     Auch jene Probanden, deren Leistungen in der Urteilsaufgabe auf den Erwerb einer guten Regelkenntnis schliessen liessen, waren anschliessend nur sehr begrenzt in der Lage, explizit Auskunft über dieses Regelsystem zu geben.

-     Darüber hinaus waren erwachsene Versuchspersonen, die ausdrücklich aufgefordert worden waren, nach den Regeln der Kunstsprache zu suchen, kaum in der Lage, diese Aufgabe erfolgreich zu lösen.

-     Unter expliziten Lernbedingungen erwies sich nicht nur die explizit-verbalisierbare, sondern auch die implizite Regelkenntnis als eingeschränkt. Die Versuchspersonen zeigten nämlich schlechtere Urteils- und Rekodierleistungen als die erwachsenen Probanden, die dieselbe Kunstsprache unter impliziten Lernbedingungen erworben hatten.

Das Ergebnismuster stützt die Annahme, dass sowohl Vorschulkinder, d.h. Kinder die sich noch in einem relativ frühen Stadium der kognitiven Entwicklung befinden, als auch Erwachsene in der Lage sind, die komplexen Regeln einer Kunstsprache über einen impliziten, nicht bewussten und automatisch ablaufenden Induktionsprozeß zu erwerben. Dass dieser durch prosodische Hinweise auf relevante Kovariations- und Distributionsmuster im Sprachangebot wesentlich erleichtert wird, lässt darauf schliessen, dass Kinder wie Erwachsene mit der Fähigkeit ausgestattet sind, entsprechende Gliederungshinweise zu verarbeiten und effIzient im Verlauf impliziter Lernprozesse zu nutzen. Die erstaunlichen Ähnlichkeiten zwischen den Ergebnismustern aus der Kinder- und der Erwachsenenuntersuchung verweisen auf eine weitgehende Entwicklungsinvarianz sowohl der impliziten Lernprozesse als auch der Funktionalität rhythmisch-prosodischer Strukturierungshinweise.

Unabhängig vom Alter scheint demnach bei sprachunauffalligen Kindern wie bei Erwachsenen eine Passung zwischen der (universellen) Verfügbarkeit prosodischer Strukturen und der individuellen Nutzungsfahigkeit gegeben zu sein. Wird diese Passung experimen- tell "gestört", indem keine prosodischen Hinweise auf die sprachanaloge Struktur einer Miniatursprache gegeben werden, so erweist sich der Regelerwerbsprozess als defizient.

Im Gegensatz dazu wurde für dysphasische Kinder vermutet, dass diese Passung von rhythmisch-prosodischen Informationen des Sprachangebots zu verarbeiten und im Prozess der Regelerwerbs zu nutzen. Diese Annahme wird durch die folgenden empirischen Befunde gestützt:

-     Während rhythmisch-prosodische Gliederungsinformationen bei sprachunauffalligen Kindern das Lernen der Kunstsprachsätze eher vereinfachten, benötigten die sprachgestörten Probanden tendenziell mehr Darbietungen für das Lernen prosodisch gruppierter als für das Einprägen ungruppierter Beispielsätze.

-     Die dysphasischen Kinder zeigten während und nach der Regelerwerbsphase insgesamt nur sehr eingeschränkte Lern- und Urteilsleistungen. Als Gesamtgruppe wiesen entscheidungen auf.

-     Allerdings ergab sich unter der Bedingung „mit Phrasenprosodie“ eine deutliche Rekodiererleichterung, wobei – im Vergleich zu der Bedingung „ohne Gruppierung“ regelwidrige Testfolgen besonders schlecht und regelkonforme relativ gut reproduziert wurden.

Neben diesen Hauptergebnissen zum Kunstspracherwerb wird die Bedeutung rhythmischer Fähigkeiten für den Erwerb formal-sprachlicher Regeln auch durch das folgende differential-psychologische Befundmuster gestützt:

-     Die Leistungen der Kinder in einer Rhythmusdiskriminationsaufgabe korrelieren mit ihren sprachstrukturellen Fähigkeiten ebenso wie mit dem Kunstspracherwerb, wenn

-     Kinder mit besseren rhythmischen Fähigkeiten konnten – wenn auch mit sehr viel Mühe – mehr Beispielsätze lernen als die Kinder mit schlechteren Ergebnissen in einem Rhythmustest. Zudem zeigten sie ein Urteils- und Rekodierverhalten, das auf eine gewisse Kenntnis wichtiger formaler Regeln der Kunstsprache schliessen lässt.

-     Ein Zusammenhang zwischen rhythmischen Fähigkeiten und dem Lernen prosodisch ungruppierter Beispielsätze ergab sich nicht. Die Ergebnisse aus der Untersuchung vor allem mit den Sprach- oder Rhythmusfahigkeiten der Kinder kovariierte, erwies sich bei den mit Listenintonation gesprochenen Sätzen die ltemidentifikationgeschwindigkeit als bester Prädiktor.

Die Tatsache, dass sich die Versuchsgruppen unter den experimentellen Bedingungen

10  Diskussion des theoretischen Stellenwerts der empirischen Ergebnisse  S.214-237

Die Annahme ist berechtigt, dass dysphasiche Kinder „schon sehr frühzeitig, wenn nicht sogar von Anfang an, eine Verarbeitungsschwäche für rhythmisch-prosodische Strukturen aufweisen216.“

Ausser dem prosodisch-rhythmischen gibt es in der Sprache noch andere Hinweissysteme, z.B. semantische. Es ist möglich, dass sprachgestörte Kinder diese Systeme nutzen, um ein Regelsystem zu erwerben.

Charakteristische Merkmale impliziten und expliziten Lernens

implizites Lernen                                                 explizites Lernen

passiv                                                                                   aktiv

nicht bewusst                                                 bewusst oder bewusstseinsfähig

automatisch                                                                       kontrolliert

schnell                                                                                  langsam

mühelos                                                                                mühevoll

selbstorganisierend                                                         persongesteuert

nicht selektiver Modus                                                     selektiver Modus

parallele, global-ganzheitliche                                 lineare, analytisch-sequentielle

Informationsverarbeitung                                         Informationsverarbeitung

ohne reflexiven Zugriff auf Ergebnisse               mit reflexivem Zugriff auf Ergebnisse

Es gibt Tendenzen, im impliziten Lernen nicht nur einen speziellen Modus des Wissenserwerbs zu sehen, sondern ein separates Lern- und Gedächtnissystem zu postulieren, das dem System des expliziten Lernens und Gedächtnisses gegenüber gestellt wird. Theoretische Grundlage dieser Ausdifferenzierung von zwei weitgehend unabhängigen kognitiven Systemen ist deren "funktionale Inkompatibilität" (Sherry & Schacter, 1987). Unterstellt wird dabei, dass das implizite Lernen vorwiegend auf die Nutzung von abstrakten Invarianten zwischen Ereignissen gerichtet ist, während durch explizites Lernen schwerpunktmässig die (episodische und semantische) Varianz zwischen Ereignissen und Kontexten verarbeitet wird. Für diese systemische Separierung werden vor allem drei Argumente ins Feld geführt. Zum einen wird evolutionsbiologisch davon ausgegangen, dass das implizite Lernen phylogenetisch wie ontogentisch früher ist als die explizite Form der Informationsverarbeitung. Zum zweiten wird auf viele psychopathologische Belege zurückgegriffen, die eine unterschiedliche Beeinträchtigung der zwei Systeme durch hirnorganische

Störungen, Erkrankungen und Verletzungen nahelegen. Schliesslich sprechen drittens experimental-psychologische Forschungsergebnisse dafür, dass implizite und explizite Lernvorgänge durch unterschiedliche externe Bedingungen beeinflusst werden und mit verschiedenen Personenmerkmalen kovariieren.

Eine so rigorose Trennung der beiden Lernmodi wird durch die Befunde der vorliegenden Studie nicht gestützt. Zwar zeigen sich deutliche Unterschiede des Regelerwerbs und der mit ihm korrelierten Variablen unter expliziten und unter impliziten Lernbedingungen, doch gibt es auch Ähnlichkeiten im erworbenen Wissen und seiner Nutzung bei den Testaufgaben. So war für die Güte der Kriteriumsleistungen die Verfügbarkeit aufmerksamkeitssteuernder Hinweisreize tendenziell sogar wichtiger als der Lernmodus. Das zeigte sich vor allem bei jener Gruppe, die das sprachliche Material auswendig lernte, aber auch über die Möglichkeiten der Regelnutzung instruiert war229.

                                                                                                Zusammenfassung: Ernst W. Weber           

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Papoušek, M.: Vom ersten Schrei zum ersten Wort. Huber, Bern, 1994

Einleitung

In den letzten Jahren ist erkannt worden, dass die frühe Eltern-Kind-Beziehung und die vorsprachliche Kommunikation nicht nur für die sozial-emotionale, sondern auch für die ganze Entwicklung, inbegriffen die kognitive, von grosser Bedeutung ist15.

Das Kleinkind erlernt die Muttersprache, ihr hochkompliziertes Regelsystem, den Syntax, die Bedeutung sprachlicher Zeichen, die Semantik und den sinnvollen Gebrauch der Sprache, die Pragmatik ohne Schwierigkeiten, und zwar beginnt die sprachliche Entwicklung schon im Mutterleib, sobald das Ungeborene Rhythmus und Melodie der mütterlichen Sprache wahrnehmen kann16.

Es ist erstaunlich, dass in der vorsprachlichen Kommunikation die Sprache von Anfang an eine entscheidende Rolle spielt.

Wenn die Säuglinge beginnen, Sprache zu verstehen und einzelne Wörter lernen, benützen die Erwachsenen ein „didaktisch angepasstes Sprachlehrregister" mit begrenztem Vokabular, deutlicher Artikulation, einfacher phonologischer Struktur und einfacher syntaktischer Einheiten, und sie heben dabei ihre Stimme um durchschnittlich eine kleine Terz und sprechen melodiöser als mit Erwachsenen. Die Melodien sind meist steigend; bei Warnungen fallen sie128.

Die Bedeutung des Spracherwerbs im Säuglingsalter zeigt sich in Sprachentwicklungsstörungen, wie sie im Vorschulalter bei rund 30%, beim Schuleintritt bei 10% und bei 12-Jährigen bei 7% der Kinder festgestellt werden16.

Grundlagen

Der Stimmapparat hat sich im Laufe der Phylogenese aus einem reinen Respirationsorgan entwickelt. Der Stimmtrakt des menschlichen Neugeborenen entspricht dem eines erwachsenen Schimpansen, ist also noch sehr eingeschränkt; es kann aber gleichzeitig trinken und atmen. Der supralaryngale Raum ist noch kurz und noch nicht abgewinkelt. Mit 4 bis Monaten ist dann die Entwicklung abgeschlossen23.

Die sprachliche Lautproduktion ist die komplexeste motorische Leistung des Menschen. Der neuromotorischen Steuerung der sprachlichen Vokalisation liegt ein kompliziertes hierarchisches System mit Subsystemen im Hirnstamm, Mittelhirn, limbischem System und Neocortex zugrunde23.

Der Säugling hat die Fähigkeit, Bedingungszusammenhänge (Kontingenzen) in bezug auf sein Handeln und dessen Konsequenzen zu erfahren und unter Kontrolle zu bringen. Damit in Zusammenhang steht die innere Motivation und die Entwicklung der Fähigkeit zu zielgerichtetem Handeln30.

Die Lernbereitschaft und –fähigkeit des Neugeborenen in den vorsprachlichen Interaktionen wird ergänzt durch intuitive elterliche Anpassung Diese beruht wahrscheinlich auf einer Prädisposition und wird durch Hormone gesteuert32.

Die Sprachwahrnehmung der Kinder folgt einem angeborenen Lernprozess: von der Geburt an sind sie von der Sprache fasziniert. Das wechselseitige stimmliche Nachahmen mit der Mutter fördert nicht nur die Vokalisation, sondern allgemein die Wahrnehmung115.

Im ersten Halbjahr ist der Blickkontakt kritisch wichtig, im zweiten die Umwelt, später werden Blickkontakt und Umwelt und gemeinsame umweltfokussierte Aufmerksamkeit ntegriert. Mit 12 Monaten ist das Kind zur äusserst komplexen Leistung fähig, der Blickrichtung des Gegenübers auf einen Gegenstand zu folgen. Ebenso kann es Zeigegesten folgen. Diese sind eng mit dem Spracherwerb verbunden; schon mit 6 Monaten zeigt der Säugling auf ein ihm präsentiertes Objekt (ohne noch die Hand auszustrecken)126.

„Der Säugling kann die prosodischen Einheiten der Sprache in Bezug auf sein eigenes Verhalten bearbeiten, dank der elterlichen Neigung, visuelle, stimmliche und motorische Verhaltensformen des Kindes kontingent zu beantworten, und dank der früh angelegten kindlichen Fähigkeit, Zusammenhänge zwischen eigenem Verhalten und dessen Konsequenzen in der Umwelt zu entdecken und unter Kontrolle zu bringen."151

Säuglinge achten beim Hören von Sprache auch auf die Lippen. Im Alter von 5 bis 6 Monaten ziehen sie das Gesicht einer Frau vor, die die Silben wirklich spricht gegenüber einer andern Frau, bei der die Lippenbewegungen nicht synchron sind. Dabei schauen Kinder aus Rechtshänderfamilien nach rechts, solche aus Linkshänderfamilien nach rechts, ein Hinweis darauf, dass die neuronale Verarbeitung bereits lateralisiert ist. Diese Vorliebe für das Zusammenwirken von optischen und akustischen Informationen über Sprachlaute nutzen schon 3 bis 4 Monate alte Säuglinge beim Nachahmen der Laute a und u. Dazu kommt die Koppelung mit der eigenen artikulatorischen Aktivität113.

Es scheint einen zeitlichen Zusammenhang zu geben zwischen dem Auftreten der regulären Silben und der neurologischen Reifung, z.B. der Übergang von limbischen zu neocortikalen Steuerungsmechanismen und die linkshemisphärische Spezialisation bezüglich Rhythmus. Bei den Eltern werden dadurch komplementäre Anpassungen ausgelöst86.

Das mütterliche Sprechen ist unabhängig von Sprachzugehörigkeit, Alter, Geschlecht und Erfahrung universell135.

Die mütterliche Sprechweise im Vorsilbenalter hat eine hohe Sprechrate, längere Äusserungsdauer, kürzere Pausen und komplexe Syntax. Im Silbenalter (zweites Halbjahr) wird die Sprechrate niedriger, die Pausen länger. Exploratives Spiel mit Gegenständen, musikalisch-rhythmische Anregungen stehen im Vordergrund. Mit dem Auftreten der ersten Wörter kommen verkürzte Äusserungen mit niedriger Silbenzahl, einfacher Syntax, deutliches Artikulieren und melodisches Markieren der bedeutungstragenden Wörter142.

Die Wörter beziehen sich auf eine Handlung, eine Absicht, einen Gegenstand oder auf den Zustand oder eine Handlung eines „Gegenstandes". Solche Wörter (winke, nein, Papa, heiss, wauwau) haben die Bedeutung von ganzen Sätzen166.

Beim Spracherwerb gibt es grosse Unterschiede in den Strategien, im Tempo und im Stil (als Extreme referentieller und expressiver Stil). Im referentiellen Stil hat es im Wortschatz einen hohen Anteil an Namen von Objekten und Personen und viele Ein-Wort-Äusserungen, im expressiven Stil gibt es weniger Namen, dafür Wörter mit Handlungs- oder Sozialbezug. Die Ursachen für diese Unterschiede sind noch zu wenig erforscht. Vermutungen gehen dahin, dass referentielle Kinder analytisch denken und sich ein strenges phonologisches System aufbauen, während expressive Kinder holistisch denken und sich ihr System „beherzt" und mit einer „lockeren" phonologischen Struktur gestalten, und dass die Verschiedenheiten mit der unterschiedlich fortgeschrittenen Lateralisierung der Hirnhemisphären in Zusammenhang steht168f.

Je mehr die Mutter mit dem Kind spricht, umso grösser wird dessen Wortschatz. Mütter aus unterprivilegierten Schichten sprechen weniger mit den Kindern. Die ersten 50 Wörter werden langsam erworben, dann – nach durchschnittlich 19,8 Monaten – geht es plötzlich schnell171.

Kinder, deren Mütter in der vorsprachlichen Zeit ihre Sprache mit grösserem Stimmumfang, in höherer Stimmlage, mit ausgeprägter Intonation, dynamisch angepasster Melodik und im 2. und 3. Halbjahr mit langsamerer Sprechweise angeboten haben, weisen eine frühere und raschere Wortschatzentwicklung auf173ff.

Kommunikation

Die vorsprachliche Kommunikation ist von Anfang an geprägt durch den gegenseitigen Blickkontakt39.

„Viele Mütter geben eher unauffällige Laute des Kindes in deutlich artikulierter Weise wieder und bieten damit dem Kind ein visuelles und/oder auditives und Feedback105."

Im Alter von 4 bis 24 Wochen bewirkt das Sprechen der Mutter, dass das Kind schweigt, während ihr Schweigen beim Kind Vokalisationen auslöst98.

Etwa vom 5. Monat an zeigt sich beim Säugling eine aktive Zuhörpause; das ist der Beginn des Abwechselns, des Dialogs. Die Mutter hat die „Schrittmacherfunktion" bis das Kind etwa mit 18 bis 24 Monaten der Mutter durch Blickkontakt signalisert, dass sie an der Reihe ist99.

Die mütterlichen Äusserungen betreffen während der ersten 5 Monate fast ausschliesslich das Befinden des Kindes. Im zweiten Halbjahr nimmt die mütterliche Sprache zunehmend Bezug auf Handlungen, Gegenstände und Ereignisse, primär ausgelöst durch die visuelle Aufmerksamkeit des Kindes auf bestimmte Gegenstände und verstärkt durch Spielchen mit Verstecken und Finden, Zeigen und Benennen117.

„Die elterliche Bereitschaft zum Zuhören und kontingenten Antworten trägt schon früh zur Gestaltung eines Konversationsrahmens mit dialogartigem Abwechseln bei, in dem der Säugling als aktiver Gesprächspartner behandelt wird." Die Eltern vereinfachen ihr kommunikatives Verhalten und ihre Sprache und erleichtern dem Kind so das Lernen123.

Ein 3-monatiger Säugling lernt rasch, eine Pause einzulegen, um eine kontingente Antwort zu provozieren oder durch einen Quietschlaut die Wiederholung eines Spielchens zu erbetteln. Wenn die Mutter die Augen schliesst und damit die Kommunikation unterbricht, reagiert das Kind heftig und versucht, mit früher als erfolgreich erfahrenen Strategien die Aufmerksamkeit der Mutter zurückzugewinnen158.

Die Eltern reagieren auf Wohlbehagenslaute „mit anregenden steigenden und belohnenden steigend-fallenden Melodien in erhöhter Stimmlage, Missbehagens- und Schreilaute dagegen werden überwiegend mit langsam fallenden Melodien in tieferer Stimmlage übertönt160."

Steigende Endkonturen bei kindlichen Lautäusserungen verlangen meist eine Antwort, fallende Endkonturen schliessen eine Kommunikation ab163.

„Wenn das Kind in seinen Lauten sein momentanes Befinden zum Ausdruck bringt, benutzen Mütter die Nachahmung des stimmlichen Ausdrucks, um sich emphatisch in das kindliche Erleben einzufühlen oder durch verstärkende, abschwächende oder variierende Nachahmungen Befindlichkeit, Aufmerksamkeit und Erregung des Kindes unmittelbar zu beeinflussen." Die Nachahmungsspielchen schaffen Vertrautheit und Voraussagbarkeit. Es werden gemeinsame Code-Wörter geschaffen, auf die später zurückgegriffen werden kann107.

„Mit besonderem Vergnügen stimmen einige Mütter in das kindliche Spiel mit der Stimme ein und wetteifern mit dem Kind im Rahmen interaktiver Nachahmungsspielchen oder musikalischer Duette im Erfinden und Ausgestalten neuer Lautprodukte107."

Primär ist es die Mutter, die durch ihr kontigentes „biologisches Echo" mit dem Nachahmen beginnt. Die Imitationslaute der Eltern sind häufig etwas übertrieben; damit bieten sie dem Kind einen Rahmen zum Lernen und Korrigieren104.

Kinder, die in den ersten 6 Monaten explorative Lautspielchen mit der Mutter getrieben haben, können ihre Erfahrungen im Alter von 15 Monaten nutzen, indem sie Wörter durch sofortiges Nachahmen erlernen110.

Die meisten interaktiven Spielchen haben eine typische Struktur: sie haben eine die Aufmerksamkeit und Erregung steigernde Komponente mit steigender Melodie bis zum Höhepunkt, dann Entspannung mit fallender Melodie124.

Sprache

Die Sprachentwicklung verläuft über Grundlaute, vokalartige Laute, melodisch modulierte Laute, explorative Laute, emotionale Laute, Vorsilben, reguläre Silben, alternierende Silben, Protowörter zu Wörtern71.

Schreien ist nicht „Sprache"; das zeigt sich auch in der Reaktion der Eltern: Sie versuchen, das Kind mit fallender Melodik zu beruhigen. Auf ruhige Vokalisation dagegen antworten sie mit steigender Melodik78.

Ein Meilenstein ist das Auftreten des monologisierenden, „kanonischen" Silbenplapperns (mama, dädädä) zwischen 5 und 7 Monaten, wo die Mutter sich häufig zuriücknimmt und nur belustigt zuhört. Wenn wenig später die alternierenden Silben auftauchen, wechseln die Mütter ihre kommunikative Strategie erneut und bieten rhythmische Silbenketten und motorische Spielchen an84.

Im Alter von 9 Monaten erreicht das kindliche Monologisieren den Höhepunkt, und das sprachliche Angebot der Mütter ist in dieser Zeit am niedrigsten139.

Die Säuglinge nehmen nicht einzelne phonetische Segmente, sondern Silben wahr und speichern sie. Durch die prosodischen Konturen werden von Anfang an auch grundlegendlegende sprachliche Strukturen übermittelt154.

Es gibt eine grosse Variabilität der Vokalisationsmuster, die wahrscheinlich auf die unterschiedlichen melodischen Gesten der Mütter zurückzuführen sind164.

Musik

Von der 32. Schwangerschaftswoche an hört der Fötus. Neugeborene erkennen die Stimme ihrer Mutter. Sie ziehen aber auch von zwei Kindergeschichten diejenige vor, die ihnen die Mutter vor der Geburt 6 Wochen lang täglich vorgelesen hat, und zwar auch dann, wenn sie von einer fremden Stimme gelesen wird. Auch eine während der letzten zwei Wochen vorgesungene Melodie wird gegenüber einer andern Tonfolge bevorzugt, unabhängig von der Sängerin. Auch intrauterin reagieren die Föten auf bekannte oder neue Geschichten145.

Säuglinge können Tonsequenzen sogar in variierter Form wiedererkennen; sie können sie also in übergeordneten Kategorien speichern. „Man nimmt heute an, dass musikalische und linguistische Wahrnehmungsfähigkeiten auf gemeinsamen Organisationsprinzipien aufbauen." Die melodischen Konturen ermöglichen es dem Säugling, Grundeinheiten der Sprache zu erkennen und zu kategorisieren. Sie wenden den Kopf zur Schallquelle, richten ihre Aufmerksamkeit auf die Stimme der Mutter und auf die Muttersprache und auf deren melodische Konturen146.

Mütter benützen melodische Mittel zur Beruhigung (tiefe, langsam und fallend), zum Anregen hohe Frequenzen. Mit melodischen Konturen werden die mütterliche Fürsorge vermittelt, Spiele oder kindliche Beiträge zum Dialog induziert, Blickverhalten und Nachahmen eingeübt. „Eine Hypothese ist, dass die basalen Melodien der Ammensprache mit intrinsischen Bedeutungen ausgestattet sind, die sich wie die erregenden, beruhigenden oder beglückenden Wirkungen der Musik unmittelbar auf die Befindlichkeit des kindlichen Organismus auswirken." Diese (belohnenden und verbietenden) Melodien sind keine Informationen im linguistischen Sinn, aber sie werden vom Kind im Kontext von Handlungen „verstanden"149.

Auch in der vorsprachlichen Kommunikation spielen die Eltern mit der Stimme, indem sie Lautmodelle des Kindes imitieren79.

„Das auffälligste prosodische Merkmal waren die typischen melodischen Gesten, die die Mütter differenziert zum Anregen von Blickkontakt, Aufmerksamkeit, Vokalisation oder andern Beiträgen zum Dialog, zum Belohnen oder Ablehnen, zum Beruhigen und zum Ausrichten der Aufmerksamkeit auf Gegenstände und Ereignisse in der Umwelt einsetzten141."

2 bis 4 Monate alte Säuglinge können musikalische Töne mit unterschiedlicher Klangfarbe unterscheiden; sie verarbeiten diese Eindrücke in der rechten Hemisphäre. Aber noch 13 Monate alte Säuglinge haben ein einheitiches Repertoire von einfachen Konsonant-Vokal-Verbindungen, die allen Sprachen gemeinsam sind113

Musikalische Anregung war in den Untersuchungen von Papousek im Durchschnitt selten. Aber für einzelne Mütter wurde sie als Kommunikationsform bevorzugt136.

Die Entwicklung des stimmlichen Ausdrucks von Emotionen und damit der kommunikativen Funktionen im vorsprachlichen Alter ist noch wenig erforscht. Papousek hat gezeigt, dass 2-monatige Säuglinge mit ihren „wenig auffälligen, leicht überhörbaren Grundlauten" ihre Befindlichkeit mitteilen, und dass sie damit bei den Eltern angemessene Reaktionen auslösen156ff

Nach dem Einüben artikulatorischer und kommunikativer Fähigkeiten erscheinen – als Meilenstein – gegen Ende des ersten Lebensjahres die ersten Wörter. Die Vokalisationen des Kindes und die Wortmodelle der Eltern fügen sich in den vertrauten Bezugsrahmen164.

Muttersprache

Bis zum 8. Lebensmonat ist das Silbenplappern der Säuglinge universell. Doch im 8.. bis 10. Monat beginnt es sich der Muttersprache entsprechend zu differenzieren. Im 10. Monat zeigen Formantanalysen bei englischen, chinesischen und algerischen Kindern bereits einen Unterschied des Vokalraumes114.

Bereits im ersten Halbjahr zeigen Säuglinge eine Vorliebe für natürliche Sprache gegenüber Sprachproben mit zufällig gesetzten Pausen; ab 6 bis 9 Monaten muss es die Muttersprache sein. Sie nehmen also zuerst die allgemeine Gliederung der Sprache auf und richten dann ihre Aufmerksamkeit auf die prosodischen Merkmale. Ab 9 Monaten bearbeiten sie bereits die Silben- und Wortstruktur. „Etwa um die gleiche Zeit tendieren Mütter dazu, deutlicher zu artikulieren und sich auf ein kontext-bezogenes Vokabular in einfachen syntaktischen Einheiten umzustellen155." Zusammenfassung: Ernst W. Weber

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Zur Rolle des Rhythmus beim Spracherwerb

Zusammenfassung einiger Grundgedanken aus Vorträgen von S. Weinert und K. Th. Kalveram durch Ernst W. Weber. Quelle: Katharina Müller/Gisa Aschersleben (Hrsg): Rhythmus, ein interdisziplinäres Handbuch. 2000. Verlag Hans Huber, Bern. ISBN 3-456-83518-3.

Wenn Kinder sprechen lernen, müssen sie sich nicht nur Wörter und Begriffe zu eigen machen, sie müssen auch das Regelsystem der Sprache verinnerlichen, z.B. die komplizierten Verbstellungsregeln und die Prinzipien der Subjekt-Verb-Kongruenz, sie müssen lernen, Artikel richtig zu verwenden, Verben korrekt zu flektieren und Plurale zu bilden.

Auf Grund von umfangreichen Untersuchungen kann vermutet werden, dass diese grammatikalischen Fähigkeiten durch den rhythmischen Charakter der Sprache, durch die Betonungen, die Prosodie vermittelt werden. Das Kleinkind hat für die rhythmisch-prosodischen Elemente der Sprache eine hohe Sensitivität, was in vielen Studien der Säuglingsforschung belegt ist. So sind wenige Monate alte Säuglinge in der Lage, melodische Strukturen zu abstrahieren und unterschiedliche Melodien entsprechend zu klassifizieren. Darüber hinaus vermögen sie verschiedene rhythmische Sequenzen zu unterscheiden. Dass diese Sensitivität auch für die rhythmisch-prosodischen Strukturen der gesprochenen Sprache gilt, zeigt sich besonders eindrucksvoll dadurch, dass Säuglinge bereits unmittelbar nach der Geburt die Sprachmelodie ihrer Muttersprache gegenüber einer fremden Sprache „erkennen" und bevorzugen.

Dazu passt die Tatsache, dass die Erwachsenen zu Säuglingen instinktiv besonders akzentuiert und mit einer deutlich rhythmisch-prosodischen Ausdrucksweise zu sprechen pflegen. Die genannte Vermutung wird gestützt durch Studien an älteren, dysphasich-sprachgestörten Kindern. Diese Kinder (nahezu jedes 14. Kind gehört zu dieser Gruppe) haben auffällige Defizite im rhythmisch-prosodischen Bereich, und sie haben darüber hinaus Schwierigkeiten, sich rhythmisch zu bewegen und zu klatschen, zu tanzen, Lieder zu singen, rhythmische Muster zu unterscheiden und sie auf einer Trommel zu spielen.

Durch zahlreiche Studien ist darüber hinaus belegt, dass dysphasisch-sprachgestörte Kinder über ihre sprachlichen Probleme hinaus zugleich gravierende Defizite im phonologischen Arbeitsgedächtnis haben, die teilweise noch ausgeprägter zu sein scheinen als die sprachlichen Defizite. Diese Kinder sind damit zusätzlich beeinträchtigt: Sie können die lern- und behaltenserleichternden rhythmisch-prosodischen Strukturen nicht nutzen.

Auch das Stottern könnte auf Rhythmusstörungen beruhen, nach einer neuen Theorie im Zusammenhang mit der Doppelfunktion der Vokale. Diese tragen einerseits die Betonung, anderseits sind sie ein „Fertig-Signal" für die Silben, in die das Sprechen gegliedert ist. Im Alter von etwa 4 Jahren erfolgt eine Umstellung der Betonungsmuster, um die Sprechgeschwindigkeit zu erhöhen. Wenn dieses Umlernen – ein grosser Eingriff in die Sprechflusskontrolle – fehlerhaft verläuft, kann die Synchronisation dauernd beeinträchtigt werden.

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Stefanie Stadler Elmer: Kinder singen Lieder. Über die Kultivierung des vokalen Ausdrucks. München, Waxmann, 2002. ISBN 3-8309-1146-7.

Das Buch ist eine ungeheure Fleissarbeit und als Habilitationsschrift sehr theoretisch und wissenschaftlich ausgerichtet. Für die Belange des Eltern-Kind-Singens ist vor allem das Kapitel 4.3 „Anfänge des sprach-musikalischen Ausdrucks" interessant, wo der Stand der Forschung zusammenfassend dargestellt wird, ferner unter 4.4.3 die 6 „Stufen der Sing-Entwicklung" (Seiten 210 bis 215).

Als Praktiker und Stimmbildner stören mich Bemerkungen wie die folgende: „Ein weiteres Erschwernis für adäquates Singen sind die meist unangemessen hohen Tonlagen in Liederbüchern. Es ist schon länger bekannt und auch bestätigt, dass Lieder bevorzugt im unteren Stimmbereich gesungen werden." (Seite 75)

Und der folgende Abschnitt über die Brummer macht in seiner wissenschaftlichen Gestelztheit die Lektüre nicht gerade zum Vergnügen: „Nach Goetze et al. ist das Verhältnis zwischen Tonhöheunterscheidungsfähigkeit und richtigem Singen noch immer ungeklärt. Heute steht fest, dass eine Erfahrungsanreicherung in Form von vermehrtem oder gar gezieltem Singen zu einer Verbesserung der Nachsingfähigkeit führt (z.B. Jersild und Bienstock; Updegraff, Heiliger & Learned; Murry & Zwirner), insbesondere auch bei sogenannten „singunfähigen" Kindern (z.B. Gould; Joyner; Roberts & Davies). Eine der verwendeten Methoden besteht beispielsweise darin, von der Sprechstimme des Kindes auszugehen und es erfahren zu lassen, was es bedeutet, gemeinsam die gleiche Tonhöhe zu singen. Vermutlich tragen auch emotionale Belastungen zu einer Singbeeinträchtigung bei, während gute Instruktionen und ein entspanntes soziales Klima förderlich sind. Neuere Trends kehren davon ab, schlechtes Singen in seinen Ursachen klären zu wollen. Vielmehr konzentriert man sich auf die Möglichkeiten und Bedingungen einer Verbesserung. Dabei berücksichtigt man ein komplexes Beziehungssystem von biografischen, sozial-emotionalen, sensomotorischen (die vokal-auditive Koordination betreffend), didaktischen, motivationalen, kontextuellen und kulturellen Faktoren (vgl. Welch& Murao).

Interessant ist der Beitrag über die Diskussion zur Melodie-Struktur, z.B. die Frage, ob die Quinte (Schwingungsverhältnis 2 : 3) als genereller Baustein wirke (Seite 81).

Der bereits erwähnte Abschnitt 4.3 enthält die folgenden Kapitel: Biologische Grundlagen und die Universalienfrage. Die laut- und klangbildenden sensomotorischen Aktivitäten. Die positive emotionale Bewertung. Soziale Interaktion als Quelle gegenseitiger Anregung. Vokalspiel – allein, mit andern. Über die Anfänge von Regel-Verein-barungen. Anbahnung der spach-musikalischen Symbolbildung. Die Zusammenfassung des Kapitels sei hier wörtlich wiedergegeben:

„Im frühen kindlichen Erleben und Erkennen finden sich bereits strukturelle Voraussetzungen und Vorgänge, die sich als Anbahnung von Fähigkeiten deuten lassen, aus denen durch weitere Lernprozesse später musikalische Handlungs- und Denkstrukturen entstehen. Wie lässt sich das Phänomen 'Musik' vorstellen, wie es in der frühen Entwicklung eines Individuums seinen Anfang nimmt und zu werden beginnt? Ich habe versucht, diese frühen Anfänge zu rekonstruieren und dabei aufgezeigt, dass die elementaren musikalischen Erkennens- und Erlebensweisen von den vorhandenen biologischen Strukturen ausgehen, welche elementare klang- und lautbildende Aktivitäten ermöglichen. Es sind dies das Hören und dessen Koordination mit der Vokalisation und den Bewegungen. Diese Aktivitäten sind von Anfang an in ein soziales Umfeld eingebettet und gehen mit positiv emotionaler Befindlichkeit einher.

Es hat sich weiter gezeigt, dass die anfänglichen Strukturen im Wesentlichen durch zwei sich ergänzende Vorgänge zur weiteren Differenzierung und daher Weiterentwicklung angeregt werden: a) durch die wiederholt spielerisch-assimilative Anwendung der klang- und lautbildenden Handlungsstrukturen einerseits und b) durch die gegenseitige Nachahmung im sozialen Austausch andererseits. Die intuitive Anpassung der Bezugspersonen an die strukturellen Voraussetzungen des Kindes stimulieren und aktivieren sein Nachahmungsvermögen.

Das anfängliche Erkennen und Erleben von dem, was sich zu 'Musik' entwickeln wird, sind jene spielerischen, emotional positiv besetzten klang- und lautbildenden Handlungen, welche in ihrer Organisation zwischen Kind und Bezugspersonen durch gegenseitige und verschobene Nachahmung entstehen. Die verinnerlichte Nachahmung führt zu Vorstellungen und Bedeutungsstrukturen, welche auf neue Situationen übertragen werden. Durch wiederholtes dialogisches Aufeinander-Abstimmen der Gleichzeitigkeit und des Nacheinanders von Lautbildungen werden Regeln hergestellt und angeleitet, die zu gemeinsam aufgebauten oder ko-konstruierten Bedeutungsträgern werden."

Es folgt das Kapitel „Hypothetische Entwicklungssequenz" mit den erwähnten 6 Stufen sowie die Vorstellung einer durch die Autorin entwickelten neuen, computergestützten Methode zur wissenschaftlichen Erfassung von gesungenen Melodien.

Im mehr als hundert Seiten umfassenden Kapitel „Empirische Explorationen" wird
anhand der erwähnten mikrogenetischen Methode als kasuistische Beispiele die Sing-Entwicklung von 6 Kindern vorgestellt. Eines davon ist 9-jährig, eines 2 Jahre und 7 Monate alt, die andern etwas mehr als 4 Jahre.

Im Rahmen des 7. Hauptkapitels werden als Ergebnis von theoretischen Analysen 15 Thesen zur Entwicklung des Singens formuliert (Seiten 350 bis 352), und auf den Seiten 356 und 357 finden sich 10 allgemeine Einsichten zum Singen und Musizieren.

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Stadler Elmer, Stefanie: Spiel und Nachahmnung. Über die Entwicklung der elementaren musikalischen Aktivitäten. Aarau, Schneider, 2000. ISBN 3-907117-12.3.

Nach einer ausführlichen Einleitung folgt ein Kapitel über die Anfänge der musikalischen Entwicklung. Im dritten Kapitel geht es um die weitere Entwicklung, wobei dem Singen (auch dem frühen) viel Platz gewidmet ist. Im vierten Kapitel stellt die Autorin ein Modell des Entwicklungsverlaufs in 6 Stufen vor, danach einige Beispiele (darunter eines über ein 2 Jahre 7 Monate altes Mädchen). Im fünften Kapitel formuliert die Autorin drei Folgerungen: Sie weist auf sehr frühe Entwicklung musikalischer Fähigkeiten hin und begrüsst in diesem Zusammenhang, dass es vielerorts bereits „Veranstaltungen gibt, die Musizieren mit Eltern und Kindern anbieten". Zweitens wünscht sie sich für Kinder „eine zum Spielen anregende Umwelt und Gelegenheit, spontane Aktivitäten frei von jeder Sorge zu entfalten. Drittens ermahnt sie die Erwachsenen, eher gemeinsames Spielen zu etablieren als zu „belehren" und zu „erziehen".

Aus der Sicht von Eltern-Kind-Singen sind vor allem die Kapitel 1, 2, 3.2 (Singen), 4.2.1 bis 4.2.3, 4.3.2 (Beispiel) und 5 lesenswert.

Ernst Waldemar Weber.

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Szagun, Gisela: Sprachentwicklung beim Kind. Beltz, Basel. 1980. 6. überarbeitete Auflage 1996. ISNB 3-407-22062-6. 312 Seiten.

Die Autorin gibt zunächst einen Überblick über den hierarchischen Aufbau von Sätzen und zeigt dann, dass die Reihenfolge, in der Bedeutungskategorien und grammatikalische Strukturen erworben werden, bei allen Kindern ähnlich ist, jedoch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit verläuft. Zwar gibt es universelle Aspekte des Erwerbs grammatikalischer Strukturen, aber das Kind richtet seine Lernstrategie von Anfang an auf die spezifischen Besonderheiten „seiner" Sprache aus, beispielsweise Flexionen oder die Wortstellung. Als mit einem künstlichen neuronalen Netzwerk, das aus Fehlern lernen kann, das Erlernen des Imperfekts im Englischen simuliert werden konnte, wurde deutlich, dass die Häufigkeit von (korrekten) Hinweisreizen besonders wichtig ist.

Die Entstehung der Sprache hängt wesentlich zusammen mit der Objektpermanenz (das Wissen, dass Objekte unabhängig von der eigenen Wahrnehmung und Tätigkeit existieren). Diese wird in einer stufenweisen Entwicklung erworben, die mit etwa 18 Monaten abgeschlossen ist. Dadurch wird eine innere Repräsentation, ein Vorstellungsbild möglich, und das Wort ist ein mögliches Symbol dafür. Auf Piaget (der den Begriff geprägt hat) und dessen Theorie der Sensomotorik geht die Autorin ausführlich ein, und sie zeigt Zusammenhänge auf zwischen der sensomotorischen und der sprachlichen Entwicklung.

Kinder sprechen zuerst über Objekte und Personen in ihrer Umgebung, und zwar, ob sie „da" oder „nicht da" oder „wieder da" sind. Dann folgen Verben (in denen die Objekte bewegt werden) und Bezeichnungen, wo sich die Objekte jetzt befinden, Feststellungen, was das Kind hört oder sieht, Intentionen (was es tun möchte) und schliesslich die berühmten W-Fragen. Viele Kinder machen – wenn sie erkannt haben, dass alles einen Namen hat – einen sogenannten Vokabelspurt durch, während dem sie ihren Wortschatz mächtig erweitern.

Das Buch befasst sich weiter mit der Entwicklung der Wortbedeutung und der Bildung von Begriffen und Oberbegriffen. Der Sprachgebrauch wird durch das Denken strukturiert, aber Sprache hat eine Rückwirkung auf die Kognition.

Interessant – besonders im Blick auf das Eltern-Kind-Singen – sind die Ausführungen der Autorin zum Zusammenhang zwischen Kommunikation und Sprachentwicklung in der vorsprachlichen Phase. Sind z.B. Spiele zwischen Mutter und Kind mit Blickkontakt und abwechselndem Vokalisieren einfach biologisch bedingte Überlebensstrategien, sind sie nur Ausdruck von Gefühlen oder schon Vorläufer der Sprache? Erwirbt das Kind die Grammatik dadurch, dass die Mutter seine vorsprachlichen Äusserungen interpretiert und erweitert? Dienen die besonderen Intonationsmuster, in denen Erwachsene mit Säuglingen sprechen, bloss der Regulierung der Emotionen des Säuglings? Diese Fragen werden diskutiert; aber die Wissenschaft scheint noch keine eindeutigen Antworten zu haben.

Im letzten Kapitel kommen Sprachentwicklungsstörungen zur Sprache. Es scheint, dass diese meist mit Störungen in andern kognitiven Bereichen zusammenhängen.

Das Buch ist anspruchsvoll, aber es ist angenehm zu lesen. Hilfreich sind die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel. Die Arbeit wird ergänzt durch ein umfangreiches Literaturverzeichnis, ein Sach- und ein Personenverzeichnis. Die in dieser Besprechung geäusserten Gedanken erheben keinen Anspruch weder auf Vollständigkeit noch als Zusammenfassung der Kernaussagen; sie scheinen dem Rezensenten aber besonders wichtig zu sein.

                                                                                                                        Ernst Waldemar Weber.

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Zollinger, Barbara: Die Entdeckung der Sprache. Bern, 1995, Haupt.

ISBN 3-258-05573-4.

Das Buch gliedert sich in fünf Kapitel. „Entwicklung und Sprache" schildert anschaulich die drei ersten Lebensjahre und ihre wichtigen Fixpunkte: die Triangulierung zwischen ich, du und Gegenstand als eigentlichem Ursprung der Sprache, den Erwerb der Objektpermanenz (mit Gegenständen umgehen, handeln, Geben und zeigen), die Bedeutung von Handlungen, die Entdeckung des Du als eigene, andere Person, die Entdeckung des Ich (auch im Spiegel) mit einem eigenen Namen, der Fähigkeit, Nein zu sagen, die Entdeckung der repräsentativen und kommunikativen Bedeutung der Sprache. In diese Entwicklung eingebettet ist die Entwicklung der Sprache vom Lallen zu den mama, papa und pipi, zu den Einwortsätzen, Zweiwortsätzen. Im dritten Lebensjahr stehen im Mittelpunkt des Interesses das Symbolspiel, das Hantieren mit Flaschen, Schrauben und Werkzeugen, die Entwicklung der Händigkeit (mit dem Zuordnen zur dominanten und nichtdominanten Hand beim Üben von Tätigkeiten), das Fragen nach was, wo und warum, Mehrwortsätze, die Stellung des Verbs als zweites Wort, die Entwicklung eines recht grossen Wortschatzes.

Das zweite Kapitel befasst sich mit frühen Störungen des Spracherwerbs, nämlich im praktisch-gnostischen, im symbolischen, im sozial-kommunikativen und im sprachlichen Bereich, und zwar beim Kleinkind, beim Vorschulkind und beim Schulkind. Die beiden folgenden Kapitel sprechen von der Erfassung und der Therapie solcher Störungen; es folgt ein Kapitel mit Fallbeispielen.

Der Laie mag sich von solchen Überschriften wenig angesprochen fühlen. Wenn man sich aber auf die Lektüre einlässt, dann stösst man auf eine Fülle von hilfreichen Hinweisen und Denkanstössen, und immer in einer angenehmen, flüssigen Sprache. Man spürt eine warmherzige, humane Geisteshaltung, die auch in der Ablehnung akademischer Ansätze zwar klar und unmissverständlich, aber immer gediegen bleibt.

Im Kapitel „Die Kinder" werden Fallstudien besprochen, spannende und bewegende Geschichten von Therapien, die nicht in jedem Fall erfolgreich verliefen. Das grosse emotionale Engagement der Autorin ist bewundernswürdig, und es ist erfrischend, zu erfahren, wie kreativ und fantasievoll sie arbeitet. Die vorher theoretisch dargelegten Grundlagen werden hier anschaulich noch einmal besprochen. Aus meiner Sicht hätte ich nur einen Wunsch: dass das Singen in dieser Arbeit vermehrt zum Zuge käme.

Es folgt ein umfangreiches Literaturverzeichnis und als Anhang das Entwicklungsprofil für Kinder von ein bis drei Jahren, wo für jedes einzelne Item eine knapp gehaltene Erklärung und das normalerweise zugehörige Alter zu finden ist. Dieses Repetitorium ist eine hervorragende Idee; es macht das Buch vollends zu einem wichtigen Begleiter für alle, die sich beruflich mit kleinen Kindern befassen.

Ernst Waldemar Weber.
 

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