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Ende Dezember 2001 wurde ein Video über das Eltern-Kind-Singen fertiggestellt, im Januar 2007 wurde es auf DVD übertragen. Diese zeigt eine ganze, ungeschnittene Stunde mit Isabella Steffen, und zwar die fünfte von zehn Stunden. Das Video wurde aufgenommen durch Susi Reichle und mit einem Kommentar versehen, der auf Grundlegendes aufmerksam macht und von Ernst Waldemar Weber gesprochen wird. 

Der Inhalt vermittelt einen guten Einblick, die Scheibe wirkt mit unserem Logo schmuck und ansprechend. Sie ist zu Fr. 15.- (inklusive Porto)  beim Sekretariat erhältlich.

In den Orff-Schulwerk-Informationen Nr. 69 erschien die folgende Besprechung:

"Eltern-Kind-Singen"

Eine Video-Kassette des Schweizerischen Vereins "Eltern-Kind-Singen" mit Isabella Steffen-Meister. Video-Aufnahme: Susi Reichle. Sprecher: Ernst W. Weber.

In der Schweiz, mit Sitz in Muri, gibt es seit ca. zwei Jahren einen Verein, dessen musikpädagogisches Konzept eine Marktlücke im sonst so reichhaltigen Angebot musikalisch-tänzerischen Unterrichts zu schließen scheint: "Eltern-Kind-Singen" (Verein zur Förderung frühkindlichen Singens) nennt er sich, Ernst W. Weber, der ehemalige Präsident der Schweizer Orff-Schulwerk-Gesellschaft, ist sein Initiator und Gründer.

Angesprochen sind diesmal nicht die Vorschulkinder der Musikalischen Früherziehung oder die Kinder der Grundausbildung, sondern die ganz Kleinen, 1 bis 4-Jährigen. Wie selbstverständlich und lebendig sich diese "Zwerge" – immer in Mutters Nähe – einbringen, möchte die Videoaufnahme einer Spiel- und Singstunde veranschaulichen.

Ernst W. Weber kommentiert das bunte Geschehen in angenehm dezenter Weise, sparsam aber informativ, so dass die dahinter stehende Zielsetzung einer gesamtpersönlichen Förderung des Kindes durch Musik deutlich wird. Zu sehen sind etwa 10 Kinder mit ihren Müttern. Aber halt! Da gibt es auch einen Vater – wie schön! Gemessen an dem programmatischen Titel ist der (auch stimmliche) Beitrag dieses einzigen Vaters ein hoffnungsvoller, wenn auch zaghafter Beginn. Noch schöner wäre es, wenn es gelänge, vermehrt auch die Väter in ein solches Projekt einzubinden. Das wäre in unserer zunehmend vaterlosen Gesellschaft ein nicht hoch genug einzuschätzender Gewinn!

Isabella Steffen-Meister, die Vizepräsidentin des Vereins, leitet in diesem Video-Mitschnitt die Gruppe. Sie verfügt über eine kräftige, ungekünstelte Singstimme, und das scheint mir eine wesentliche Voraussetzung zu sein, über die Imitation die Lust am eigenen Singen zu entwickeln. Und Singen ist schließlich eine wesentliche Grundlage für alles Musiklernen. Hier lernen beide, Eltern und Kinder. Wobei die lockere Atmosphäre von Begegnung und Austausch mittels Bewegungs- und Tanzspielen, mit kleinen Szenen und im Umgang mit allerlei Objekten offenbar dazu beiträgt, dass die (Laien- )Singstimme der Eltern frei und ohne Scheu zum Klingen kommt.

Erfreulich, wie rein und sicher hier die Lieder erklingen. Wenn die eigentlichen Adressaten sich noch nicht oder kaum singend vernehmen lassen, statt dessen ihre „Vorbilder", all die Mamis, mit offenen Mäulchen anstarren und bestaunen, so ist das die ihrem Alter gemässe Weise des Lernens und des inneren Mitsingens.

Die Videoaufnahme zeigt den gesamten Ablauf einer 50-minütigen Sing- und Spielstunde. Das ist eine sehr lange Zeit fiir dieses Alter. Nur die bunte Abfolge von 10 (!) verschiedenen Spiel-, Tanz- und anderen Aktionsliedern vermag in ihrer Vielfalt die Aufmerksamkeit der Kinder mehr oder weniger zu binden. Auch die Aufmerksamkeit des Videobetrachters wird strapaziert, wenn auch aus anderem Grund: Es gibt keinen einzigen Bildschnitt, alle Liedstrophen, alle Liedwiederholungen werden gezeigt, Ich bin sicher, eine durch Bildschnitte gestraffte Wiedergabe der wesentlichen und methodisch interessantesten Ausschnitte wäre für den interessierten Pädagogen dieser Fachrichtung ein effektiveres Informationsmaterial. Anregungen und kreative Umsetzung von Spielliedern mit einfachsten, dem frühkindlichen Lernen angemessenen Melodien findet man hier nämlich in grosser Zahl.

Zwei Beispiele sollen dies verdeutlichen:

Da wird zu einem Schiffleinlied im gedachten Wasser geplanscht, gespritzt und geschwommen, hin und her gesegelt, da werden Fischlein geangelt (Seile dienen den Müttern als Angel, mit denen sie ihre Fischlein-Kinder an Land ziehen) – welch ein Vergnügen, solche singende, klingende Rutschpartie!

Oder ein Schneckenlied: Zum Singen werden die Seile zu Schneckenspiralen gelegt. Die grosse Schneckenform im Raum erfahren die Kinder dann als wandernde Schlange im Spiralenweg, Schliesslich klettert jedes Kind auf den Rücken der kauernden Mutter oder des Vaters und ab geht die Schneckenpost.

Zu wünschen wäre in diesem Zusammenhang ein Video, das die gleiche Eltern-Kind-Gruppe in jeweils späteren Gruppenstunden in Aktion zeigt. Dann könnten die verschiedenen Lernprozesse im Sozialen, irn Kognitiven, vor allem aber im Musikalischen und in der Bewegung sichtbar werden. Und: ein solches Video sollte dann filmtechnisch von professionellerer Qualität sein!

Beigelegt ist dem Video ein Folder mit weiteren Informationen und der Aufforderung an interessierte Eltern, in ihrem Umfeld doch auch eine solche Initiative zu starten. (Auch wir sollten uns angesprochen fühlen. ..!) Denn, so heisst es dort unter anderem, „in dieser Zeit ... der ersten Lebensjahre ...entwickelt das Kind –  wie später nie mehr –  seine ganz eigene Musikalität. Wenn wir mit den jungen Kindern singen, öffnen wir ihnen den persönlichen Weg zu ihrer Musik, der grossen Hilfe in allen Lebensphasen". Und das kann man nur voll unterschreiben.                                                                                                                                                                                  

Christiane Wieblitz